
Bürokratie als Innovationsbremse?
Mit einem Patent lassen sich technische Erfindungen schützen und damit eine Nachahmung der Idee hemmen. Auch Verfahren, wie Herstellungs- oder Arbeitsprozesse, lassen sich so absichern. Im Jahr 2025 erreichten die Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) mit über 200.000 Einreichungen einen neuen Rekordwert. Die globale Patentland schaft ist jedoch von einem starken asiatischen Aufstieg geprägt, und Asien hält mittlerweile rund 60 Prozent des weltweiten „Patentkuchens“. Da stellt sich die Frage: Kommt wieder eine sogenannte Chinaangst bei den KMU auf? Da der Prozess einer Patentanmeldung oft auch als juristisch-bürokra tische Hürde begriffen wird, führt dies dazu, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder Einzelerfinder darauf verzichten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Prozess bis zur Patenterteilung ist zum einen rechtlich anspruchsvoll und kann sich schon mal über mehrere Jahre hinziehen. Zum anderen muss man die Technologie ver öffentlichen. Das wiederum führt dazu, dass manche Unternehmen es bevorzugen, ihr Wissen als Geschäftsgeheimnis zu behandeln, um Wett bewerbern keinen Einblick zu gewähren. Auch die Sorge, dass eigene technische Entwicklungen durch Patente in China als „Bauanleitungen“ dienen könnten, ist bei vielen Mittelständlern nach wie vor präsent. Durch die PPWR, die ab Mitte 2026 ja verbindlich angewendet werden muss, sind nun Unternehmen gezwungen, ihre Verpackungsstrategien grundlegend zu überdenken und nachhaltige Lösungen zu fördern. Darin steckt ein enormes Innovationspotential. Innovationen, die geschützt werden müssen. Denn ein forschendes Unternehmen ohne Patente wird nicht lange am Markt überleben.