Unternehmen
Nachrichten
Die Heinzel Group, Hersteller von Zellstoff und Verpackungspapieren, meldet fürs Geschäftsjahr 2025 einen Nettoumsatz von nahezu zwei Mrd. Euro, bei einem Absatzvolumen von insgesamt 3,01 Mio. Tonnen Zellstoff und Papier. Im weltweiten Vertrieb gingen 1,8 Mio. Tonnen raus.
Siegwerk, Anbieter von Druckfarben und Lacken für Verpackungsanwendungen, hat Hi-Tech Inks übernommen, einen indischen Hersteller von Flexo- und Tiefdruckfarben. Damit erweitert Siegwerk sein Portfolio um ein Spektrum an lösungsmittel- und wasserbasierten Druckfarben sowie um Metallic- und Spezialeffektfarben, Lacke und Überdrucklacke.
Bericap aus Budenheim, Spezialist für Kappen und Verschlüsse, übernimmt Embankment Plastics aus Irland. Das Unternehmen aus der Nähe von Dublin bietet Verschlüsse für Molkereiprodukte, Lebensmittel und technische Anwendungen.
Mit Carlo Remmele übernimmt ein Vertreter der dritten Generation der Unternehmerfamilie die Leitung der Business Unit Food von Südpack und damit die größte Geschäftseinheit der Südpack-Gruppe.
Der Aufsichtsrat von Heidelberger Druckmaschinen hat die Verträge des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Otto und des Vertriebs- und Technik-Vorstands Dr. David Schmedding vorzeitig verlängert. Die neuen Amtszeiten beginnen jeweils am 1. Juli 2026, die Verträge laufen bis zum 31. Juli 2029 (Otto) und bis zum 30. Juni 2031 (Schmedding).
Veränderung in der Geschäftsführung von DWK Life Sciences, einem weltweit agierenden Spezialisten für Präzisionsgläser und Primärverpackungslösungen: Armin Reiche hat nach rund 25 Jahren als Geschäftsführer zum 13. April 2026 die Leitung an Michael Werth übergeben. Reiche wird dem Unternehmen als Mitglied des Advisory Boards beratend zur Seite stehen.
Neues Whitepaper
Mehrweg auch für Babykost
Mehrweg-Verpackungen eignen sich für deutlich mehr Lebensmittel als bisher üblich – so lässt sich das 34-seitige Whitepaper „Potenziale für Mehrweg im Einzelhandel“ zusammenfassen, das der Mehrweg-Verband Deutschland und die Deutsche Umwelthilfe herausgegeben haben. Sie nehmen die Produktkategorien Wein, Obst- und Gemüsekonserven, Speiseöl und Wein sowie Babybeikost, Brotaufstriche, Kaffee/Kakao und Molkereiprodukte in den Blick. Das Mehrweg-Potenzial sei in allen Produktgruppen groß: Wein verzeichne 95 Prozent Einweg-Anteil, Obst- und Gemüsekonserven kämen auf 35, Molkereiprodukte auf 96 Prozent (die vier Prozent seien vor allem Joghurt-Mehrweggläser), Speiseöl, Essig und Brotaufstriche auf mehr als 99, Babybeikost auf 100 Prozent. Das Whitepaper rechnet die Einsparmöglichkeiten bildhaft vor: Die 371.000 Tonnen Obst- und Gemüsedosen und -gläser des Jahres 2023 hätten der Masse von 37 Eiffeltürmen entsprochen. Das Whitepaper ist kostenfrei.
Plastic is Fantastic
Expansion nach Asien
Die Plastic is Fantastic Association (PiFA) mit Sitz in Wien, eine Organisation zur Verbesserung des Images von Kunststoffen, will sich in Richtung Asien entwickeln. Dafür engagierte sie Sandy Lin als so genannte Cluster-Verantwortliche, wie sie mitteilt. Im Hauptberuf arbeite Lin als Director of Global Business Development beim taiwanesischen Recyclingunternehmen Da Fon Environmental Technology. Asien ist der zweite außereuropäische Kontinent der PiFA: In Nordamerika arbeite schon ein Cluster unter der Leitung von Tania Ferlin, Director of Sustainability Advocacy bei Husky Technologies aus Kanada. „Mit ihrer Präsenz in Nordamerika und Asien etabliert sich die PiFA als internationale Plattform für faktenbasierte Information, technologische Innovation und konstruktiven Austausch rund um Kunststoff.“
Papiersack-Branche
Weniger CO2-Ausstoß
Die europäische Papiersackindustrie hat ihre Klimabilanz verbessert. Der CO₂-Fußabdruck pro Papiersack sank von 2021 bis 2024 um 9 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie des schwedischen Forschungsinstituts RISE, die im Auftrag der European Paper Sack Research Group (ESG) erstellt wurde, einer gemeinsamen Initiative von Eurosac und CEPI Eurokraft. Parallel dazu verringerte sich der fossile CO₂-Fußabdruck von Sackkraftpapier um 5 Prozent pro Tonne.
Eine Veränderung im Strommix von Weiterverarbeitungsanlagen war ein entscheidender Hebel für die Emissionsreduktionen. Die Produktion von Sackkraftpapier basiert überwiegend auf erneuerbaren Energien. Gleichzeitig bauen immer mehr Papierfabriken den Bezug von CO₂-armer Elektrizität aus, darunter Strom mit Herkunftsnachweisen.
Im Jahr 2024 stammten 54 Prozent des Stromverbrauchs der Sackkraftpapier-Fabriken aus erneuerbaren oder CO₂-armen Quellen – ein Anstieg um 25 Prozentpunkte gegenüber 2021. Zudem entfallen 85 Prozent der vor Ort eingesetzten Brennstoffe auf iobrennstoffe, wobei interne Biobrennstoffe allein 77 Prozent des gesamten Energieverbrauchs vor Ort ausmachen. Darüber hinaus decken die Werke 58 Prozent ihres Strombedarfs durch Eigenerzeugung.
Auch die Hersteller von Papiersäcken haben den Einsatz erneuerbarer Energien erhöht. Die Emissionen aus zugekauftem Netzstrom in den Weiterverarbeitungsanlagen gingen von 2021 bis 2024 um 44 Prozent zurück. Im Jahr 2024 stammten 41 Prozent des Stromverbrauchs in der Weiterverarbeitung aus erneuerbaren oder CO₂-armen Quellen.
„Unsere Studie bestätigt, dass Papiersäcke eine CO₂-arme Verpackungslösung mit kontinuierlich sinkendem fossilen CO₂-Fußabdruck darstellen“, bilanziert Catherine Plitzko, General Delegate von Eurosac.
Eurosac betont, die jüngste Bewertung basiere auf aktualisierten und verfeinerten methodischen Kriterien.
Jägermeister
Grüneres Grünglas
Mast-Jägermeister lässt Millionen seiner Glasflaschen in einer Hybrid-Schmelzwanne produzieren. Denn 30 Prozent der Emissionen des Unternehmens fallen in der Verpackungsproduktion an. Seit März lässt kommt ein Teil der Flaschen aus einem CO2-reduzierten Verfahren, entwickelt von Ardagh Glass Packaging, das die Behälterglas-Produktion teilelektrifiziert. Die Energie stammt zu mehr als der Hälfte aus Strom aus erneuerbaren Quellen statt aus Erdgas, der Anteil soll auf bis zu 80 Prozent steigen. Bislang werden, gemessen am Jägermeister-Absatz, vergleichsweise wenige Verpackungen nachhaltig produziert. Mast-Jägermeister hat im vergangenen Jahr 117,6 Millionen Flaschen seiner Kernmarke abgesetzt. Ab diesem Jahr kauft das Unternehmen jährlich 14 Millionen Flaschen aus der Hybrid-Schmelzwanne von Ardagh. Die ersten drei Millionen Grünglasbehälter gingen im März vom Band. Insgesamt beziehe das Unternehmen seine Flaschen von fünf Herstellern.
Darmstädter Privatbrauerei
Teil-Aus für Bügelflaschen
Die Darmstädter Privatbrauerei, Anbieterin unter anderem der Pilsner- und Helles-Biermarken „Braustüb’l“, ersetzt seit April die 0,33-Liter-Bügelflaschen durch Euroflaschen derselben Größe mit Kronkorken. Hinter der Entscheidung stehe der Preis der Bügelflaschen: Sie seien mit 60 Cent im Einkauf relativ teuer und bei mangelnder Rückgabequoten ein Verlustgeschäft. Insgesamt will die Brauerei rund anderthalb Millionen Flaschen und 75.000 Kästen ersetzen. Das sei die größte Investition seit dem Markenrelaunch vor zwölf Jahren, so die Geschäftsführung. Bügelflaschen seien seit 2000 im Sortiment der Brauerei. Das Unternehmen habe 2025 ein Absatzminus von acht Prozent verzeichnet. Die Halbliterflaschen der Brauerei gebe es weiterhin mit Bügelverschluss. Zuerst hatte die „Frankfurter Rundschau“ berichtet.
VDMA
Behälterglas stabilisiert sich
Der Absatz von Behälterglas wuchs 2025 sowohl im Inland als auch im Ausland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Aktionsforum Glasverpackung mitteilt, das zum Bundesverband Glasindustrie (BV Glas) gehört. In Deutschland lagen die Verkäufe demnach bei rund 3,87 Mio. Tonnen, ein Zuwachs um 2,2 Prozent.
Der Absatz im Segment Getränkeflaschen stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,4 Prozent – im Detail zeigt sich ein gemischtes Bild: Im Segment „Bier und Spirituosen“ ging er um 1,6 Prozent zurück, im Plus lag er in den Segmenten „Wein und Schaumwein“ (plus 3,6 Prozent) und „Nicht-alkoholische Getränke“ (Wasser, Milch und Saft) mit plus 6,1 Prozent. Damit setzten sich die positiven Entwicklungen aus der Bilanz des ersten Halbjahres 2025 weiter fort. „Aber der Markt bewegt sich weiterhin unter dem Niveau vergangener Jahre“, so die BV Glas.
Die Verpackungsglas-Segmente „Lebensmittel“ und „Pharma und Kosmetik“ verzeichneten 2025 ein Plus von 3,6 Prozent. Beide Teilsegmente entwickelten sich wachsend: Bei Verpackungsglas für Lebensmittel ohne OGS (Obst, Gemüse und Sauerkonserven) stieg der Absatz um 6,1 Prozent. Das Teilsegment Verpackungsglas mit OGS verzeichnete ein leichtes Wachstum um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Nach den deutlichen Absatzrückgängen in den Jahren 2023 mit minus 15,5 Prozent und 2024 mit minus 2,5 Prozent ist dies ein kleines Signal der Stabilisierung. Trotz dieser Entwicklung kann aber noch nicht von einer Entspannung gesprochen werden“, sagt Christiane Nelles, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Glasindustrie. „Entscheidend ist, dass die Herstellung von Glasverpackungen in Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Denn Glas ist ein hochwertiges Verpackungsmaterial, das Lebensmittel und Getränke optimal schützt und von Verbraucherinnen und Verbrauchern geschätzt wird.“
Kostenpflichtiger Service
Pacurion mit Palettenpreis-Index
Um realistische Palettenpreise zu ermitteln, hat Pacurion einen Palettenpreisindex entwickelt. Er gründet auf Daten seiner digitalen Handelsplattform für Ladungsträger und wurde gemeinsam mit der FOM Hochschule entwickelt. Der Index setzt den 15. Februar 2023 mit einem Wert von 100 als Startpunkt, so Pacurion. Er werde monatlich zum 15. erhoben und basiere „auf den täglich entstehenden Marktdaten aus Angeboten und Aufträgen auf unserer Pacurion-Plattform“. Also „nicht nur auf einzelnen Faktoren wie Schnittholzpreisen, sondern auf Millionen realer Marktdaten“. Ausschreibungen oder Mengenkontrakten können an den Index gekoppelt werden – „der Mengenkontrakt hat dann eine Indexbindung und aktualisiert vollständig automatisch die Preise“, so Pacurion. Der Zugriff kostet Geld und läuft über die Plattform des Unternehmens. Preise stehen noch nicht fest, wie es auf Anfrage mitteilt. Pacurion arbeitet mit rund 1.500 Unternehmen in 17 Ländern zusammen.
Versandverpackungen
Otto führt Paludi-Tüten fort
Online-Händler Otto hat seine Verpackungs-Strategie bestätigt: Der Pilottest mit mehr als 100.000 Versandkartons mit Paludi-Anteilen, also mit Pflanzenfasern aus Moorbewirtschaftung, sei erfolgreich gelaufen. Paludi-Kulturen dienen der erhaltenden Nutzung nasser Moorstandorte. Bis 2027 sollen alle Versandkartons von Otto zum Teil aus Paludi-Biomasse bestehen. Auch die Kooperation mit Traceless zur Entwicklung kompostierbarer Polymere für Versandtüten und Polybeutel wird fortgesetzt: Mitte Mai werde Traceless eine Produktionsfabrik in Harburg eröffnen, kündigt Otto an. Die Lösung solle „in absehbarer Zeit“ in den Umlauf kommen. Das Material von Traceless ist dem Unternehmen zufolge „komplett biologisch abbaubar und heimkompostierbar“. Genutzt würden pflanzliche Reststoffe aus der Agrarindustrie.