Positives Stimmungsbild in der Packaging-Branche

Marktpotenziale ausnutzen

Bild: Tackey/Adobe Stock

Mit einem leichten Produktionsplus startet der Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen optimistisch ins Jahr 2026. Während hohe Auftragsbestände die Produktion 2025 stützten und internationale Märkte attraktive Potenziale bieten, belasten strukturelle Standortnachteile weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Branche Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungs­maschinen im VDMA wird nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2025 einen leichten Produktionszuwachs zwischen 2 und 3 Prozent realisieren können und einen Produktionswert von etwa 16,5 Milliarden Euro erreichen. Das Wachstum im drittstärksten Maschinenbau-Fachzweig beruht aber vornehmlich auf dem hohen Auftragsbestand, mit dem die Unternehmen in das Jahr 2025 gestartet waren.

Auftragseingang nahezu unverändert

Der Auftragseingang unterlag im Jahr 2025 aufgrund der schwierigen globalen Rahmenbedingungen starken Schwankungen und fand keine klare Richtung. Unter dem Strich blieb der preisbereinigte Auftragseingang im Fachzweig trotz Handelskonflikten, geopolitischen Verwerfungen und hohen Unsicherheiten mit einem Minus von 0,5 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Die VDMA-Konjunkturumfrage vom Januar 2026 zeigte ein überwiegend positives Stimmungsbild: 40 Prozent der teilnehmenden Hersteller von Nahrungsmittel­maschinen, Pharmamaschinen und Verpackungsmaschinen beurteilten ihre aktuelle Lage als gut bis sehr gut, lediglich 6 Prozent bewerteten ihre Lage als schlecht. Nur 10 Prozent der Unter­nehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung der Geschäfts­lage. Der Fachverband prognostiziert für das Jahr 2026 ein moderates Umsatz­wachstum in Höhe von 3 Prozent.

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Marktpotenziale weiterhin hoch

Im Gegensatz zu vielen Fachzweigen des Maschinenbaus ist die Branche weniger von Strukturproblemen ihrer Kunden­industrien betroffen. Die Lebensmittel-, Getränke- und Pharma­industrien haben zwar mit zahlreichen Heraus­forderungen umzugehen, insbesondere hohen Rohstoff- oder Energiepreisen, gleichzeitig ist der Absatz von Endprodukten dieser Industrien in vielen Ländern sehr robust. Die international breite Aufstellung der Maschinenbau-Unternehmen führt zudem zu einer Risikostreuung; regionale Nachfrageunterschiede können weitgehend ausgeglichen werden. Viele aufstrebende Volkswirtschaften verzeichnen kontinuierliches Wachstum in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, was zu zusätzlichen Investitionen in Verarbeitungs- und Verpackungstechnik führt. Entsprechend wurden die regionalen Geschäftsmöglichkeiten in Süd- und Mittelamerika, Afrika und im Nahen und Mittleren Osten sowie Zentral-­ und Südasien im Rahmen der VDMA-Konjunkturumfrage überwiegend positiv bewertet.

Belastete Wettbewerbsfähigkeit

In zahlreichen Auslandsmärkten sehen sich die Unternehmen einem zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China ausgesetzt. Der technologische Vorsprung und die damit einhergehende Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller kann nur dann erhalten werden, wenn Standortnachteile wie Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten reduziert werden. (hw)