In aller Kürze
Unternehmen
Nachrichten
Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer aus Würzburg hat das Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen, noch nicht testierten Zahlen mit einer „Punktlandung innerhalb der Prognose“ abgeschlossen: Der Konzernumsatz stieg auf 1,302 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,274 Milliarden Euro), die Operativen EBIT auf 36,6 Millionen Euro (Vorjahr: 15,3 Millionen Euro).
Die Mondi Group, Schweizer Spezialist für Papierverpackungen, schließt zwei Papiertütenwerke, eines davon in Deutschland, das andere in Ungarn, außerdem ein Wellpappenwerk in der Türkei. Hintergrund sei das von schwacher Nachfrage geprägte Geschäft in Europa. Die Kunden sollen über alternative Werke im Netzwerk bedient werden. Das Jahr 2025 schloss Mondi mit einem Umsatz von 7,663 Milliarden Euro ab (plus drei Prozent), die EBITDA erreichten 1,001 Milliarden Euro (minus fünf Prozent), das Ergebnis vor Steuern lag bei 269 Millionen Euro (minus 29 Prozent).
Drei Bond aus Ismaning, Anbieter von Kleb- und Dichtstoffen, teilt sein Geschäft auf zwei Gesellschaften auf: Die Drei Bond GmbH Chemische Verbindungstechnik konzentriert sich auf Entwicklung und Produktion von Kleb- und Dichtstoffen. Die neu gegründete Drei Bond Dosiertechnik & Service GmbH kümmert sich um Dosiertechnik, Maschinenbau und Service. Ein weiterer Partner ist die deutsche Tochtergesellschaft der Schweizer BFA Solutions, spezialisiert auf industrielle Automationslösungen.
Stefan Schönegger ist neuer Chief Technology Officer beim Automatisierungsspezialisten B&R Industrial Automation. Der Leiter der Produktgruppe Controls trat Anfang Februar die Nachfolge von Florian Schneeberger an, der seit November 2025 als Divisionspräsident der Machine Automation Division sowie als CEO von B&R Industrial Automation tätig sei, teilt das Unternehmen mit.
Deutscher Verpackungspreis
Bewerbungsportale sind offen
Das Deutsche Verpackungsinstitut (DVI) hat den „Deutschen Verpackungspreis 2026“ ausgeschrieben. Die Anmeldeportale für die 49. Auflage sind bis zum 23. Mai 2026 geöffnet. Muster können vom 4. Mai bis zum 25. Juni 2026 für die Jury eingesendet werden. Die Jury tagt am 1. und 2. Juli und gibt die Gewinner am 30. Juli 2026 bekannt. Der Tag der Preisverleihung im Herbst stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Die Teilnahme kostet netto 500 Euro pro Einreichung, die Teilnahme am Nachwuchspreis für Schüler, Auszubildende und Studierende nichts. Der Preis ist nicht dotiert, das DVI verspricht aber „Trophäe, Urkunde, viel Aufmerksamkeit und den Applaus der Branche“. Die Gewinner sind zudem für den „World Star“ der World Packaging Organisation (WPO) nominiert. Das Ganze läuft auf Deutsch und auf Englisch, daher gibt es zwei Anmeldeportale: via Verpackungspreis.de und via Packagingaward.de. Im Vorjahr hatte das DVI insgesamt 40 Preise vergeben.
Interzero
Korallen aus Verpackung
Die Designerin Bojana Kovačič Zemljič stellt Schmuck her, unter anderem aus recycelten Joghurtbechern und anderen Verpackungen von Milchprodukten. Die bunten Objekte erinnern an Korallen und stehen als „Softi Aqua Coral Collection“ von E2RD Design auf der Shortlist der „Plastics Recycling Awards Europe 2026“ in der Kategorie „Household & Leisure Product of the Year“. Grundlage ist der Rezyklat-Kunststoff „Procyclen PS“ von Interzero, wie das Unternehmen mitteilt. Die Eigenentwicklung wird aus Einweg-Polystyrolverpackungen hergestellt – für den Schmuck entwickelte Interzero eigene Farbrezepturen, die das Azurblau tropischer Gewässer und die leuchtenden Farben von Korallenriffen spiegeln sollen. Der Schmuck sei „ein kraftvolles Statement dafür, wie wir Abfall in Schönheit verwandeln können“.
Drupa 2028
Cluster statt Themen
Zwei Jahre ist die Printing-Solutions-Messe Drupa in Düsseldorf her, noch zwei Jahre sind es bis zur nächsten Auflage (9. – 17. Mai 2028) – aber natürlich lässt die Messe zwischendurch von sich hören und kündigt eine konzeptionelle und inhaltliche Neupositionierung an. Statt klar getrennter Themenbereiche will die Messe im Jahr 2028 „Inhalte, Zielgruppen und Mehrwerte in vier Erlebnisclustern bündeln“. Als Cluster sind geplant: „Grow“ („Raum für technologische und geschäftliche Durchbrüche“), „Create“ („neue Produkte, Verpackungen und Kampagnen“), „Learn“ („das Knowledge-Fundament der Branche“) und „Play“ („Raum für Community, Emotion und Sichtbarkeit“). Die Messe werde kein Ort für bloße Produktpräsentationen, sondern für Lösungen; Aussteller und Besucher seien aufgefordert, zu kollaborieren. Der neue Slogan „Drupa. Dive into the unseen“ soll das abbilden: Die Bedeutung neuer Entwicklungen erschließe sich häufig erst im Gesamtzusammenhang.
Alkoholfreie Spirituosen
ZSVR legt Pfandpflicht fest
Alkoholfreie Spirituosen-Alternativen in Glasflaschen sind pfandpflichtig. Das hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) auf Antrag der Windspiel Manufaktur entschieden. Bezeichnungen wie „Basis für alkoholfreie Longdrinks und Cocktails“ haben keinen Einfluss auf die verpackungsrechtliche Einordnung als Getränk, heißt es in dem Beschluss, der sich an Urteile der Oberlandesgerichte München und Braunschweig anlehnt. „Wir stellen unsere Produkte nun auf Pfandpflicht um“, sagt Sandra Wimmeler, Geschäftsführerin von Windspiel. Die Pfandpflicht gilt für das Trendsortiment als ein Hindernis bei der Listung im Lebensmittelhandel. Hintergrund der Einordnungsentscheidung durch die Zentrale Stelle war ein Verfahren, das die Windspiel Manufaktur und der VSW vor dem Landgericht Trier führen.
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VDMA
Gemischter Start ins Jahr
Mit einem leichten Produktionsplus und positivem Stimmungsbild startet der Fach-zweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im VDMA verhalten optimistisch ins Jahr 2026. Die Unter-nehmen des Zweigs hätten nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts 2025 einen leichten Produktionszuwachs von zwei bis drei Prozent und einen Produktionswert von etwa 16,5 Mrd. Euro erreicht. Das Wachstum beruhe jedoch vornehmlich auf dem hohen Auftragsbestand Anfang 2025. Der Auftragseingang 2025 habe sehr starken Schwankungen unterlegen. Unter dem Strich sei der preisbereinigte Auftragseingang im Fachzweig mit einem Minus von 0,5 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau geblieben. Die VDMA-Konjunkturumfrage vom Januar 2026 – bezogen auf das vierte Quartal 2025 – zeige ein überwiegend positives Stimmungsbild: 40 Prozent der teilnehmenden Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen, Pharma-Maschinen und Verpackungsmaschinen beurteilten ihre aktuelle Lage als gut bis sehr gut, lediglich sechs Prozent nannten ihre Lage schlecht. Zehn Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung der Geschäftslage. Im Gegensatz zu anderen Fachzweigen des Maschinenbaus sei die Branche weniger von Strukturproblemen ihrer Kundenindustrien betroffen, so der VDMA. Die Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrien hätten zwar mit zahlreichen Herausforderungen umzugehen, insbesondere hohen Rohstoff- oder Energiepreisen, gleichzeitig sei der Absatz von Endprodukten dieser Industrien in vielen Ländern robust. Durch die international breite Aufstellung der Maschinenbauer könnten zudem regionale Nachfragedifferenzen weitgehend ausgeglichen werden. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen für das Jahr 2026 ein moderates Umsatzwachstum in Höhe von drei Prozent.
Orientierungspapier
DVI diskutiert Ladesicherung
Das Deutsche Verpackungsinstitut hat ein Orientierungspapier zur Ladeeinheitensicherung veröffentlicht. Der Hintergrund ist etwas kompliziert und läuft darauf hinaus, dass für Umreifungsbänder und Stretchfolien/Palettenumhüllungen Mindest-Rezyklatquoten vorgeschrieben werden: ab 2030 35 Prozent, ab 2040 65 Prozent für den PCR-Anteil. Das Papier fasst, so das DVI, den aktuellen Stand der Anforderungen, Herausforderungen und Lösungsansätze zusammen. Für die Ladeeinheitssicherung mit Einweg-Bändern und Folien in automatisierten Prozessen seien aktuell keine Mehrwegalternativen für Einwegmaterialien verfügbar, so das DVI. Im Papier „geben wir dazu eine Übersicht und zeigen den Innovationsbedarf von Standardisierung und Systemintegration über Leergutmanagement, Handling und Logistik bis hin zu Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit sowie Nachverfolgung und Digitalisierung.“ Das Papier ist nicht online verfügbar, sondern wird auf Anfrage versandt.
Duale Systeme
Edeka jetzt mit Zentek
Edeka hat sich von seinem langjährigen Partner Bellandvision für das Lizenzieren und Entsorgen seiner Verkaufs- und Umverpackungen verabschiedet. Statt auf das größte duale System setzt der Handelsverbund auf eine Mittelstandskooperation und lässt seine Verpackungen von Zentek lizenzieren. Edeka zählt zu den größten Einzelkunden der dualen Systeme. Bellandvision äußerte Bedauern über die Entscheidung: „Die Zusammenarbeit mit Edeka war über viele Jahre hinweg von gegenseitigem Vertrauen, Professionalität und gemeinsamen Erfolgen in der Kreislaufführung von Verpackungen geprägt“, sagt Markus Helftewes, COO der Veolia-Umweltservice-Gruppe, zu der Bellandvision gehört. Ein Branchenkenner äußert sich verwundert darüber, dass das mittelständisch geprägte System Zentek den Großkunden Edeka übernimmt.
K 2025
Mehrweg im Messeformat
Was eignet sich besser für einen Kunststoffbecher-Pilotversuch als eine Kunststoffmesse? Die Messe Düsseldorf hat auf der „K 2025“ erstmals ein umfassendes System für Mehrwegbecher getestet. Das Pilotprojekt habe 50.000 leichte Becher aus schäumbarem Polypropylen von Borealis umfasst, das unter Verwendung chemisch recycelter Rohstoffe aus der ReOil-Technologie von OMV hergestellt worden sei, wie Borealis Ende Januar mitteilte. Die Becher seien in allen Restaurants, Bars und Foodtrucks auf dem Messegelände für heiße und kalte Getränke genutzt worden, außerdem an den Kaffeebars der Stände von Borealis, Borouge und MCC Global IML. Die Messe richtete laut Borealis ein spezielles Sammel- und Reinigungssystem mit rund 50 Sammelbehältern ein, damit die Becher nach Messeschluss gewaschen werden konnten. Fazit von Borealis: „Gemeinsam haben wir gezeigt, dass es möglich ist, Kreislaufsysteme auch in großen, komplexen Umgebungen zu implementieren.“
JH Holding
Zwei neue Beteiligungen
JH Holding (JHH), Mutter des Wellpappe-Spezialisten Progroup, will durch ein neues „Ökosystem“ die Familienunternehmen der Branche enger zusammenbringen. Das Serviceangebot der JHH soll von gemeinsam genutzten Marktdaten über Beratung bis zur Finanzspritze durch Minderheitsbeteiligung reichen. Für zwei Progroup-Kunden sind der JH Holding zufolge bereits konkrete Finanzierungsprojekte in der Umsetzung: Am Wellpappen-Verarbeiter Akarton in Schüttorf hat sich JHH im Januar mit 24,9 Prozent beteiligt, um dessen Eigenkapitalstruktur zu stärken. Für den Verpackungs-Anbieter Poprawa im westpolnischen Ostrzeszów (ehemals Schildberg) ist ebenfalls eine 24,9 Prozent-Beteiligung „Hier geht es um die Sicherung der Nachfolge und damit den weiteren Bestand als unabhängiges Unternehmen“, so JHH.

