Mit Breitstreckwalzen die Bahnführung perfektioniert

Prozessstabilität im Fokus

Bei der Produktion von Folienmaterialien ist Präzision Pflicht und keine Kür. Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Oldenburg Kunststoff-Technik und Mink Bürsten zeigt, dass technische Lösungen im Verborgenen Großes leisten können. Insbesondere bei Breitstreck­walzen wird deutlich, wie eine unschein­bare Komponente zum tragenden Pfeiler eines stabilen und flexiblen Produktions­prozesses werden kann.

Persönlicher Austausch ist das A und O! V. l. n. r.: Andreas Hölzle, Stefan Abstreiter, Michael Oldenburg, Martin Pauli, Michael Bleicher und Steffen Sauerbeck

Bilder: Mink

Oldenburg Kunststoff-Technik gehört zu den größten Herstellern von Luftpolster-, Schaum- und Stretchfolien in Deutschland. Das Familienunternehmen beliefert ausschließlich Verpackungs­händler und Großkunden, die hohe Anforderungen an Prozess­sicherheit und Lieferfähigkeit stellen. Die Fertigung ist komplett auf Just-in-time ausgerichtet, da ein Lager größerer Mengen aufgrund des Volumens der leichten, aber sperrigen Folien wirtschaftlich nicht tragfähig wäre.

Die technischen Anforderungen sind entsprechend hoch: Geringste Abweichungen bei der Bahnführung können Falten, Materialversatz oder Spannungsschäden verursachen – ein absolutes No-Go bei der kontinuierlichen Folienproduktion. Genau hier setzt eine entscheidende technische Komponente an, die sich im Maschinenpark von Oldenburg nahezu unsichtbar einfügt, jedoch deutlich spürbar wirkt: Die Breitstreckwalze von Mink.

Breitstreckwalzen als der Gamechanger

Bei der Verarbeitung thermoplastischer Halbzeuge zu Luftpolsterfolien stellt die Bahnführung eine Herausforderung dar. Die Ausgangsrollen sind häufig nicht exakt ausgerichtet. In der Vergangenheit kam es dadurch in mehreren Produktions­linien immer wieder zu Faltenbildung und Korrekturbedarf. Heute stabilisieren Breitstreckwalzen die Bahn bereits ab dem ersten Umlauf. Dieser Effekt wurde bei einem Vor-Ort-Besuch vom Produktionsteam bestätigt. Die Fasern der Walzen verteilen die Bahnkräfte gleichmäßig über die Breite. Dabei leiten sie sogar störende elektrostatische Ladungen ab, die sich bei der Verarbeitung großflächiger Kunststoffbahnen gerne aufbauen. „Dass keine Fasern abbrechen, selbst beim Anfahren unter voller Last, ist für uns ein echter Unterschied im Vergleich zu anderen Systemen“, berichtet Stefan Abstreiter, Assistent der Geschäfts­leitung bei Oldenburg. Die Entscheidung, Wettbewerbs­produkte sukzessive durch Breitstrackwalzen zu ersetzen, fiel auf Basis klarer Erfahrungswerte, wie weniger Stillstände, bessere Planlage und ruhigere Bahnen.

Breitstreckwalzen stabilisieren die Bahn bereits ab dem ersten Umlauf.

Eine Technik für viele Anforderungen

Die Breitstreckwalzen sind nur ein Teil der technischen Zusammenarbeit mit Mink. Oldenburg Kunststoff-Technik setzt die Lösungen in verschiedenen Produktionsstufen immer dort, wo flexible Bahnen geführt, fixiert oder stabilisiert werden müssen, ein. Etwa bei Gegendruckwalzen in Trennschweiß-Maschinen, wo sie die Folie stabil führen und das Verlaufen während thermischer Prozesse verhindern. Die Leistenbürsten in Beutelmaschinen sichern die definierte Bahnführung und verhindern ein ungewolltes Zurückziehen. Plattenbürsten in Handstanzanlagen ermöglichen ein präzises Stanzen bei kleinen Losgrößen ohne Materialverformung. Und Anpresswalzen fixieren beim Rollenwechsel die Folien sicher auf den neuen Hülsen und garantieren so ein sauberes Anlaufen. Diese Lösungen funktionieren deshalb so zuverlässig, weil sie passgenau auf die Anlagen ausgelegt sind. „Mink liefert nicht nur Komponenten, sondern denkt im Prozess mit“, fasst Geschäftsführer Michael Oldenburg die Zusammenarbeit zusammen.

Messbare Wirkung bei Losgröße und Taktzeit

Technische Details überzeugen selten auf den ersten Blick, aber sie zeigen Wirkung in der Produktionsrealität. Dies ist für Oldenburg konkret spürbar: Die Bahnen laufen stabiler, die Maschinenführer müssen seltener korrigierend eingreifen und die Umrüstzeiten bei Produktwechseln haben sich deutlich verkürzt. „Gerade bei häufigen Wechseln profitieren wir massiv von der Stabilität der Walzen. Selbst bei kleinen Losgrößen bleibt die Planlage konstant. Das bedeutet weniger Ausschuss, weniger Stress und mehr Sicherheit“, so Abstreiter. In Fakten ausgedrückt bedeutet das: Weniger Stillstand, konstante Qualität trotz hoher Variantenvielfalt und eine Steigerung der Durchsatzleistung. Laut interner Auswertungen ist besonders hervorzuheben, dass sich auch nach längeren Laufzeiten keine Abnutzungserscheinungen an den Bürstenfasern zeigen. Also ein klarer Indikator für die Langlebigkeit des Systems.

Verlässlichkeit statt Showeffekt

Während in vielen Industriezweigen technologische Neuheiten häufig mit großem Aufwand präsentiert werden, bleibt die Stärke der Mink Lösungen in Oldenburg bewusst unauffällig. „Diese Walzen machen ihren Job und das verlässlich“, betont ein Maschinenführer beim Rundgang durch die Anlage. Dabei steckt die Besonderheit gerade in der fein abgestimmten Technik. Die flexiblen Fasern passen sich der Bahnstruktur an, erzeugen eine gleichmäßige Spreizwirkung und nehmen Materialversatz ohne Gegenspannung auf. Für thermisch empfindliche Folien ist das ein klarer Vorteil. „Früher kam es häufiger vor, dass Bahnen nicht sauber auf die Hülsen liefen oder sich beim Anfahren Falten bildeten. Seit der Umstellung auf Mink hat sich das massiv verbessert“, sagt Michael Oldenburg. Die Investition in hochwertige Komponenten zahlt sich laut dem Unternehmen nicht nur kurzfristig, sondern über Jahre aus.

Warum der Austausch zählt

Was die Fallstudie besonders macht, ist nicht nur die technische Lösung selbst, sondern auch die Art der Zusammenarbeit. Mink ist für Oldenburg kein anonymer Zulieferer, sondern ein fester Ansprechpartner im Verbesserungsprozess. Michael Bleicher, Anwendungsberater bei Mink, legt großen Wert auf persönlichen Austausch. Bei regelmäßigen Telefonaten mit Herrn Abstreiter und Besuchen vor Ort schaut er sich die Produktionslinie gemeinsam mit ihm an, bespricht vor Ort Anpassungen und bringt neue Lösungen ein, wenn sich Prozesse verändern. „Wenn Fragen auftauchen, bekommen wir immer schnell Antwort“, betont Abstreiter. Diese Nähe zur Anwendung ist aus Sicht von Oldenburg ein entscheidender Faktor dafür, dass technische Lösungen langfristig Bestand haben.

Leistenbürsten sichern in Beutelmaschinen die definierte Bahnführung.

Eine leise Komponente mit großer Wirkung

Die Breitstreckwalzen und weiteren Bürstenlösungen von Mink sind bei Oldenburg Kunststoff-Technik mehr als nur Bauteile im Maschinenpark. Sie sind ein funktionaler Bestandteil eines Produktionssystems, das hohe Anforderungen an Qualität, Reaktionsgeschwindigkeit und Flexibilität erfüllt. Dies zeigt exemplarisch, wie eine präzise abgestimmte Technik gerade in Zeiten zunehmender Material- und Nachfrageschwankungen zur Stabilisierung beiträgt. Dass dies in enger Zusammenarbeit zweier mittelständischer Unternehmen geschieht, unterstreicht einmal mehr den Wert partnerschaftlicher Entwicklung auf Augenhöhe. Michael Oldenburg bringt es auf den Punkt: „Mink Breitstreckwalzen sind für uns der Gamechanger.“ (hw)